Hinweis: Diese Inhalte wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überprüft (Transparenzhinweis gemäß Art. 50 EU AI Act).
SilverBullet
Hinweis: Diese Inhalte wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überprüft (Transparenzhinweis gemäß Art. 50 EU AI Act).
SilverBullet ist eine Notiz- und Wissensablage im Browser, die alle Seiten als Markdown-Dateien in einem Ordner speichert. Seiten werden mit [[Links]] verknüpft, und kleine Abfragen und Skripte machen daraus ein persönliches Wissenssystem. Diese Anleitung lässt SilverBullet als Dienst auf dem eigenen Rechner laufen, mit Anmeldung.
Vorbemerkungen
- Keine Installation über apt: Ubuntu hat kein Paket für SilverBullet. Das Projekt stellt den Server als einzelne Programmdatei bereit, die ohne weitere Abhängigkeiten läuft.
- Version: Getestet mit SilverBullet 2.11.1 unter Ubuntu 26.04.
- Datenordner und Spaces: SilverBullet 2 trennt zwei Ordner: Ein Datenordner enthält Einstellungen und Benutzerkonten. Die Notizen selbst liegen in einem Space, einem normalen Ordner mit Markdown-Dateien. Ein Server kann mehrere Spaces haben. Die Anleitung legt einen an.
- Port: SilverBullet läuft normalerweise auf Port 3000. Die Ports 3000 bis 3002 sind hier schon für Martin, Wiki.js und Outline vorgesehen. Die Anleitung verwendet deshalb Port 3003, nur vom eigenen Rechner aus erreichbar.
- Passwort:
AdminPasswort123ist ein Beispiel. Ersetze es durch ein eigenes Passwort.
Installation
1. Paketlisten aktualisieren
Damit apt die aktuellen Versionen der Hilfsprogramme aus dem nächsten Schritt kennt.
sudo apt update
2. curl und unzip installieren
curl lädt das Programm herunter, unzip packt das Archiv aus.
sudo apt install curl unzip
3. Programm herunterladen
Lädt den Server für 64-Bit-PCs mit Intel- oder AMD-Prozessor (etwa 15 MB) in den Ordner /tmp. Die aktuelle Versionsnummer steht auf https://github.com/silverbulletmd/silverbullet/releases. Bei einer neueren Version ersetzt du die Nummer im Befehl.
curl -L -o /tmp/silverbullet.zip https://github.com/silverbulletmd/silverbullet/releases/download/2.11.1/silverbullet-server-linux-x86_64.zip
4. Archiv auspacken
Packt die Programmdatei silverbullet nach /tmp/silverbullet.
unzip -o /tmp/silverbullet.zip -d /tmp/silverbullet
5. Programm installieren
install kopiert die Datei nach /usr/local/bin, wo selbst installierte Programme hingehören, und macht sie mit -m 755 für alle ausführbar.
sudo install -m 755 /tmp/silverbullet/silverbullet /usr/local/bin/silverbullet
Prüfen: Die Versionsnummer erscheint, sie beginnt mit 2.11.1.
silverbullet version
Einrichten
6. Systembenutzer anlegen
SilverBullet soll unter einem eigenen Benutzer laufen, mit dem man sich nicht anmelden kann. --create-home legt den Ordner /var/lib/silverbullet an, in dem Einstellungen und Notizen liegen werden.
sudo useradd --system --create-home --home-dir /var/lib/silverbullet --shell /usr/sbin/nologin silverbullet
7. Datenordner, Administrator und ersten Space anlegen
Der Befehl setup erledigt die Ersteinrichtung ohne Browser. Er legt den Datenordner an, darin das Administratorkonto, und einen Space namens „Notizen“. sudo -u silverbullet sorgt dafür, dass alles dem Benutzer aus Schritt 6 gehört.
sudo -u silverbullet silverbullet setup --admin 'admin:AdminPasswort123' --space Notizen --space-folder /var/lib/silverbullet/notizen /var/lib/silverbullet/data
Was die Angaben bedeuten:
--admin 'admin:AdminPasswort123'– Benutzername und Passwort des Administrators, durch einen Doppelpunkt getrennt. SilverBullet speichert das Passwort nur verschlüsselt. Im Verlauf der Shell steht es aber im Klartext. Wer das nicht möchte, löscht die Zeile danach mithistory -dund der Zeilennummer aushistory.--space Notizen– der Name des ersten Space.--space-folder– der Ordner, in dem die Notizen dieses Space als Markdown-Dateien liegen. Ohne diese Angabe landen sie in einem Unterordner mit zufälligem Namen./var/lib/silverbullet/data– der Datenordner für Einstellungen und Benutzerkonten.
Prüfen: Die Ausgabe endet mit Setup complete: admin "admin" created und Space "Notizen" created at "/". Im Ordner der Notizen liegt eine erste Seite index.md.
sudo ls /var/lib/silverbullet/notizen
Alternativ kann man Schritt 7 weglassen. Dann startet SilverBullet beim ersten Aufruf im Browser einen Einrichtungsassistenten unter /.setup/, der dieselben Angaben abfragt.
Als Dienst einrichten
8. systemd-Dienst anlegen
Damit SilverBullet beim Rechnerstart automatisch läuft, bekommt es eine Dienstdatei für systemd.
sudo nano /etc/systemd/system/silverbullet.service
Füge diesen Inhalt ein (Strg+Umschalt+V), speichere mit Strg+O und Enter und beende nano mit Strg+X:
[Unit]
Description=SilverBullet
After=network.target
[Service]
Type=simple
User=silverbullet
Group=silverbullet
ExecStart=/usr/local/bin/silverbullet --hostname 127.0.0.1 --port 3003 /var/lib/silverbullet/data
Restart=on-failure
[Install]
WantedBy=multi-user.target
--hostname 127.0.0.1– SilverBullet ist nur vom eigenen Rechner aus erreichbar.--port 3003– der Port, unter dem SilverBullet läuft./var/lib/silverbullet/data– der Datenordner aus Schritt 7. Dort findet SilverBullet auch den Pfad zu den Notizen.
9. systemd die neue Datei bekannt machen
systemd liest Dienstdateien nur beim Start oder auf Anweisung ein.
sudo systemctl daemon-reload
10. Dienst starten und Autostart einschalten
enable sorgt für den Start beim Hochfahren, --now startet SilverBullet zusätzlich sofort.
sudo systemctl enable --now silverbullet
Prüfen: Im Protokoll steht multi-space mode: 1 space(s) configured und server running: http://localhost:3003. Die Zeile runtime Chrome detected erscheint nur, wenn Google Chrome installiert ist. SilverBullet kann damit einige Funktionen auch auf dem Server ausführen, braucht Chrome aber nicht.
sudo journalctl -u silverbullet -n 10
11. Aufruf prüfen
Prüft, ob SilverBullet antwortet und die Notizen ohne Anmeldung gesperrt sind.
curl -s -o /dev/null -w '%{http_code}\n' http://localhost:3003/.fs/index.md
Prüfen: Die Ausgabe lautet 401, also „nicht angemeldet“. Die Notizen sind geschützt.
Erste Schritte
12. Im Browser anmelden
Öffne http://localhost:3003 und melde dich mit admin und dem Passwort aus Schritt 7 an. Es erscheint die Seite index des Space „Notizen“.
13. Eine Notiz anlegen
Schreibe auf der Startseite einen Link wie [[Einkaufsliste]] und klicke darauf. SilverBullet legt die Seite an. Alles, was du tippst, wird automatisch gespeichert. Mit Strg+K springst du zu einer beliebigen Seite, mit Strg+/ öffnest du die Befehlsliste.
Prüfen: Die neue Notiz liegt als Markdown-Datei im Ordner des Space.
sudo ls /var/lib/silverbullet/notizen
Weitere Benutzer und Spaces verwaltest du als Administrator im Dashboard unter http://localhost:3003/.dashboard.
Aktualisieren
1. Neue Version herunterladen
Lädt die neueste Version. Ersetze die Versionsnummer durch die aktuelle von der Release-Seite.
curl -L -o /tmp/silverbullet.zip https://github.com/silverbulletmd/silverbullet/releases/download/2.11.1/silverbullet-server-linux-x86_64.zip
2. Archiv auspacken
Überschreibt die zuvor ausgepackte Datei.
unzip -o /tmp/silverbullet.zip -d /tmp/silverbullet
3. Programm ersetzen
Ersetzt die Programmdatei in /usr/local/bin. Einstellungen und Notizen bleiben unberührt.
sudo install -m 755 /tmp/silverbullet/silverbullet /usr/local/bin/silverbullet
4. Dienst neu starten
Der laufende Dienst verwendet sonst weiter die alte Version.
sudo systemctl restart silverbullet
Prüfen: silverbullet version zeigt die neue Versionsnummer.
Deinstallieren
1. Dienst stoppen und Autostart ausschalten
Beendet SilverBullet und verhindert den Start beim Hochfahren.
sudo systemctl disable --now silverbullet
2. Dienstdatei löschen
Entfernt die Dienstdatei aus Schritt 8.
sudo rm /etc/systemd/system/silverbullet.service
3. systemd neu einlesen lassen
Damit systemd den gelöschten Dienst vergisst.
sudo systemctl daemon-reload
4. Programm und heruntergeladene Dateien löschen
Entfernt die Programmdatei und die Dateien in /tmp.
sudo rm -rf /usr/local/bin/silverbullet /tmp/silverbullet /tmp/silverbullet.zip
5. Benutzer, Einstellungen und Notizen löschen
-r löscht mit dem Benutzer auch seinen Ordner /var/lib/silverbullet. Achtung: Alle Notizen gehen dabei verloren. Wer sie behalten will, kopiert vorher den Ordner /var/lib/silverbullet/notizen. Die Warnung Mail-Warteschlange … nicht gefunden ist harmlos.
sudo userdel -r silverbullet
Prüfen: Der Befehl silverbullet wird nicht mehr gefunden, und unter Port 3003 antwortet nichts mehr.
curl -sI http://localhost:3003/
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