Hinweis: Diese Inhalte wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überprüft (Transparenzhinweis gemäß Art. 50 EU AI Act).
Emacs
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GNU Emacs ist ein sehr vielseitiger Texteditor. Er lässt sich mit der Sprache Emacs Lisp fast beliebig erweitern und wird zum Programmieren, für Notizen (Org-Modus) und viele andere Aufgaben genutzt.
Installation
Ubuntu bietet Emacs in mehreren Varianten an. Diese Anleitung verwendet emacs-pgtk, weil sie direkt mit Wayland zusammenarbeitet, dem Grafiksystem von Ubuntu. Schriften werden dadurch scharf dargestellt, auch bei Bildschirmskalierung. Wer nur im Terminal arbeitet (z. B. auf einem Server), nimmt stattdessen emacs-nox.
1. Paketlisten aktualisieren
Damit apt die aktuelle Version von Emacs aus den Ubuntu-Paketquellen kennt.
sudo apt update
2. Emacs installieren
Installiert Emacs mit grafischer Oberfläche aus den offiziellen Ubuntu-Paketquellen. Die gemeinsam genutzten Dateien (z. B. Hilfe und Erweiterungen) werden automatisch mitinstalliert.
sudo apt install emacs-pgtk
Prüfen: Die erste Zeile der Ausgabe nennt die Version, z. B. GNU Emacs 30.2.
emacs --version | head -n 1
3. Emacs starten
Öffnet Emacs in einem eigenen Fenster. Alternativ findest du Emacs im Anwendungsmenü.
emacs &
Prüfen: Es öffnet sich ein Fenster mit der Begrüßungsseite von Emacs.
Soll Emacs direkt im Terminal laufen statt in einem eigenen Fenster, startest du es mit -nw:
emacs -nw
Erste Schritte
4. Die eingebaute Übung durcharbeiten
Emacs bringt eine Übung zum Mitmachen auf Deutsch mit. Sie erklärt die Grundbefehle und dauert etwa 30 Minuten. Nach dem Start fragt Emacs unten nach der Sprache: German eingeben und Enter drücken.
emacs -nw --eval '(call-interactively (quote help-with-tutorial-spec-language))'
Innerhalb von Emacs erreichst du die Übung jederzeit mit Strg+H, dann T (in der Sprache deines Systems).
5. Datei öffnen
Öffnet eine Datei zum Bearbeiten. Gibt es die Datei noch nicht, legt Emacs sie beim Speichern an.
emacs test.txt &
6. Die wichtigsten Tastenkürzel kennenlernen
Emacs verwendet eigene Tastenkürzel. In der Emacs-Hilfe steht C- für Strg und M- für Alt. C-x C-s bedeutet: Strg+X drücken, loslassen, dann Strg+S.
| Tasten | Wirkung |
|---|---|
C-x C-f | Datei öffnen |
C-x C-s | Datei speichern |
C-x C-c | Emacs beenden (fragt bei Änderungen, ob gespeichert werden soll) |
C-g | Aktuellen Befehl abbrechen |
C-/ | Letzte Änderung rückgängig machen |
C-s | Text suchen, erneut C-s für den nächsten Treffer |
M-% | Suchen und ersetzen |
C-k | Rest der Zeile ausschneiden |
C-y | Ausgeschnittenen Text einfügen |
C-h t | Übung öffnen |
Tipp: Im Menü Options → Use CUA Keys (Cut/Paste with C-x/C-c/C-v) schaltest du die gewohnten Kürzel zum Ausschneiden, Kopieren und Einfügen ein. Mit Options → Save Options bleibt die Einstellung erhalten.
7. Systemdateien bearbeiten
Dateien unter /etc gehören root. Mit sudoedit bearbeitest du eine Kopie mit deinen normalen Rechten, beim Beenden wird sie zurückgeschrieben. Die Datei /etc/hosts dient hier nur als Beispiel.
SUDO_EDITOR="emacs -nw" sudoedit /etc/hosts
Optional: Emacs einrichten
8. Ordner für die Einstellungen anlegen
Emacs liest seine Einstellungen aus ~/.config/emacs. Der Ordner existiert anfangs nicht.
mkdir -p ~/.config/emacs
9. Einstellungsdatei anlegen
Die Datei init.el wird in Emacs Lisp geschrieben. Die Einstellungen blenden die Begrüßungsseite aus, zeigen Zeilennummern an und fügen statt eines Tabulators vier Leerzeichen ein.
nano ~/.config/emacs/init.el
Hast du die Datei schon mit eigenen Einstellungen, lösche deren alten Inhalt zuerst oder ergänze nur die fehlenden Zeilen. Füge diesen Inhalt ein (im Terminal mit Strg+Umschalt+V), speichere mit Strg+O und Enter und beende nano mit Strg+X:
(setq inhibit-startup-screen t)
(global-display-line-numbers-mode 1)
(setq-default indent-tabs-mode nil)
(setq-default tab-width 4)
Prüfen: Beim nächsten Start von Emacs erscheint keine Begrüßungsseite, und links stehen die Zeilennummern.
emacs ~/.config/emacs/init.el &
10. Emacs als Standard-Editor festlegen
Programme wie crontab -e oder git commit lesen den gewünschten Editor aus der Umgebungsvariablen EDITOR. Dazu kommt Emacs (im Terminal-Modus) in die Datei ~/.bashrc, die bei jedem neuen Terminal gelesen wird.
nano ~/.bashrc
Springe mit Strg+Ende ans Ende der Datei und füge in einer eigenen Zeile an (im Terminal mit Strg+Umschalt+V). Speichere mit Strg+O und Enter und beende nano mit Strg+X:
export EDITOR="emacs -nw"
Prüfen: Ein neues Terminal öffnen. Die Ausgabe lautet emacs -nw.
echo "$EDITOR"
Deinstallieren
1. Eintrag als Standard-Editor entfernen
Löscht die Zeile aus Schritt 10 wieder aus ~/.bashrc, falls du sie angelegt hast.
nano ~/.bashrc
Suche mit Strg+W nach EDITOR und drücke Enter. Lösche die Zeile export EDITOR="emacs -nw" mit Strg+K. Speichere mit Strg+O und Enter und beende nano mit Strg+X.
2. Eigene Einstellungen entfernen
Löscht die Einstellungen und alle darin installierten Erweiterungen. Die älteren Orte ~/.emacs und ~/.emacs.d werden gleich mit entfernt, falls vorhanden. Achtung: Deine Einstellungen gehen dabei verloren.
rm -rf ~/.config/emacs ~/.emacs.d ~/.emacs
3. Emacs entfernen
purge entfernt auch die Konfigurationsdateien des Pakets.
sudo apt purge emacs-pgtk
4. Nicht mehr benötigte Pakete entfernen
Entfernt die gemeinsam genutzten Emacs-Pakete (z. B. emacs-common), die nur für Emacs installiert wurden. --purge löscht dabei auch deren Konfigurationsdateien unter /etc/emacs.
sudo apt autoremove --purge
Prüfen: Der Befehl wird nicht mehr gefunden.
emacs --version
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